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Am Rand dieser Zeit
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Am Rand dieser Zeit

4:17
19. März 2026
Am Rand dieser Zeit
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Liedtext & Quellen

Am Rand dieser Zeit

Strophe 1 – Straße von Hormus

Seit der Krieg die Karten mischt, steht das Nadelöhr im Sturm, Drohnen schneiden Schneisen, Minen liegen stumm. Die eigenen Schiffe gleiten durch, die fremden hängen fest, da draußen knistern Funksprüche wie ein fernes Nest. Aus der Ferne schlagen Wellen, Stahl erzittert, Preislicht brennt, die Einen sagen Einsatz, die Andern: nicht in diesem Moment.

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Refrain

Und wir stehen am Rand dieser Zeit, Salz in der Luft, Laternen so bleich. Zwischen Blockade und Alltag hält das Land den Atem an, bis einer den Schalter umlegt: gemeinsam, nicht allein.


Strophe 2 – Spritpreise

An der Tanke flackern Ziffern wie ein fiebriges Geständnis, Diesel klettert über zwei in ein zu teures Verhältnis. Ein Club sammelt Unterschriften, stoppt die Spirale, ruft es laut, die Ministerin blickt nach Alpenland, wo man seltener neu aufschraubt. Doch es drückt nicht nur das Öl, auch Abgaben schwer wie Blei, und unter Europas Preisen steht Deutschland selten scheu – nur ein Nachbar liegt noch höher dabei.

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Strophe 3 – Schulbarometer

Im Klassenraum die Stille, die man zwischen Seiten hört, ein Viertel Herzen schwerer, seit die Welt so grollend stört. Leistungsdruck wie Kies im Schuh, Kriege in den Köpfen wach, Netzgeflimmer, Zukunftsangst – und doch: ein leiser, heller Bach. Guter Unterricht als Geländer, Mitbestimmung als Licht, wenn wir Kinder fragen lernen, bricht die Schattenwand vielleicht.

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Refrain

Und wir stehen am Rand dieser Zeit, Salz in der Luft, Laternen so bleich. Zwischen Blockade und Alltag hält das Land den Atem an, bis einer den Schalter umlegt: gemeinsam, nicht allein.


Strophe 4 – Regierungserklärung

Im Plenarsaal sagt der Kanzler: Europa, heb die Stirn, nur Schulter an Schulter hält der Wind die Türen drin. Kein Geleit mit Fregatten, solange Schüsse überm Wasser stehn, doch härtere Saiten gegen Moskau sollen über Brüssel gehn. Weniger Fesseln für Betriebe, mehr Mut im Binnenmarkt, und selten so geschlossen nickt der Partner, der mit im Hause tagt.

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Strophe 5 – Verdi-Streik

Auf den Gleisen liegt ein Morgen, der die Stadt zu Fuß erfand, im Westen, Süden, Norden hält der Takt die leere Hand. In einer Stadt begann es früher, anderswo blieb’s tagelang, Fahrer, Fahrerinnen fordern Ruhe, Lohn und neuen Gang. Millionen warten leise, teilen Taxis, Wege, Zeit, die große Bahn bleibt außen vor, doch Staub malt Linien weit.

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Strophe 6 – EU-Gipfel

In Brüssel summt die Schaltzentrale, Bildschirme wie Mondlicht blau, ein Präsident auf Leinwand, ein Gastgeber vom großen Grau. Ein Treffen über Währung, ein Plan fürs weite Feld, die Hüterin der Kommission legt einen Fahrplan auf den Tisch der Welt. Die Akten riechen nach Entscheidung, nach Kredit und schwerem Bann, und draußen vor den Fenstern hält noch immer eine Meerenge an.

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Refrain (Schluss)

Und wir stehen am Rand dieser Zeit, Salz in der Luft, Laternen so bleich. Zwischen Blockade und Alltag hält das Land den Atem an, heut Nacht fällt das Wort, das uns trägt – oder wir treiben davon.

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