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Funken, Narben und Aufbruch
Weltnachrichten

Funken, Narben und Aufbruch

3:45
January 1, 2026
Funken, Narben und Aufbruch
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Lyrics & Sources

Funken, Narben und Aufbruch

Strophe 1

Zwischen den Jahren brennt der Himmel über Straßen, in Bielefeld nimmt selbstgebauter Zunder Leben mit. In Neukölln und Moabit rennen Sanitäter durch Raketen, Einsatzkräfte im Visier, die Sirenen ohne Halt und Hit. In Schöneberg zerreißen Kugelbomben Wände, Türen, Pläne, und in Nijmegen endet ein Atem im Lärm der Nacht. Im Nachbarland wohl das letzte freie Zischen vor dem Ende, wenn bald ein stilles Verbot die Knallerei bewacht.

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Refrain

Zwischen Funken und Furcht, zwischen Zweifel und Mut, halten wir zusammen – und das tut uns gut.


Strophe 2

Am Hafen von Sydney reißt der Himmel auf wie ein Versprechen, kurz nach dem Blut am Strand von Bondi Beach. Vor Mitternacht die Stille, ein gemeinsames Gedenken, dann tanzen Farben über Wasser, weit wie ein Gedicht. Auf der Harbour Bridge leuchten „Peace“ und „Unity“, eine Menora steht wie Trost im Wind. Bewacht von vielen, teils mit langen Gewehren, und Hongkong schweigt – aus Respekt, weil Feuer Wunden sind.

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Refrain

Zwischen Funken und Furcht, zwischen Zweifel und Mut, halten wir zusammen – und das tut uns gut.


Strophe 3

Der Kanzler spricht zum ersten Mal ins neue Jahr, ruft Zuversicht und nennt den Aufbruch bei dem Namen. „Hört nicht auf Angstmacher“, sagt er, und ermahnt, die Netze zu erneuern, die uns tragen. Er will die großen Systeme tragfähig machen, klagt Stau im Land, der Kräfte bindet, die wir brauchen. Er spricht von stillen Angriffen Tag für Tag, Europa soll sich selber halten in den rauen Brausen.

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Refrain

Zwischen Funken und Furcht, zwischen Zweifel und Mut, halten wir zusammen – und das tut uns gut.


Strophe 4

Ein altes Wort kehrt heim ins neue Regelwerk: Wehrerfassung, Fragebögen für die Jugend. Pflicht für Männer, für Frauen nur ein Angebot, man tastet Eignung, fragt nach Sinn und Tugend. Im Kleingedruckten raschelt eine Zeitenwende, die über Küchentische wandert, sacht und laut. Die Fragen tragen Uniform, noch ohne Orden, und jede Antwort wiegt – egal, wer sie vertraut.

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Refrain

Zwischen Funken und Furcht, zwischen Zweifel und Mut, halten wir zusammen – und das tut uns gut.


Strophe 5

Am Schwarzen Meer wechselt ein Land das Geld der Tage: Bulgarien sagt dem Lew leise Adieu. Nun klingt der Euro in den Kassen, in den Wagen, für kurze Zeit noch doppelt, dann ist Schluss und Ruh. Die Straßen reden leise, manches Herz bleibt skeptisch, die Politik wankt, ein Rücktritt liegt noch quer. Doch aus den Münzen weht ein neuer Wind, und doch: Vertrauen braucht Geduld, vielleicht auch mehr.

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Refrain

Zwischen Funken und Furcht, zwischen Zweifel und Mut, halten wir zusammen – und das tut uns gut.


Strophe 6

Das Jahr legt neue Zettel auf den Tisch: unten mehr Lohn, die Monatskarte schwerer. Ein Plus fürs Kind, mehr Luft beim Steuerbrot, die Strecke zur Arbeit milder, etwas fairer. In Wirtshäusern sinkt die Last auf Speisen, die Gasumlage fällt wie alter Staub. Die Aktivrente lässt Ruhestand und Arbeit tanzen, und wir fragen: Wohin mit all dem neuen Glauben?

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Refrain

Zwischen Funken und Furcht, zwischen Zweifel und Mut, halten wir zusammen – und jetzt wenden wir die Glut.

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