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Zwischen Gleisen und dem langen Morgen
Weltnachrichten

Zwischen Gleisen und dem langen Morgen

4:54
March 14, 2026
Zwischen Gleisen und dem langen Morgen
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Lyrics & Sources

Zwischen Gleisen und dem langen Morgen

Strophe 1

Morgengrauen in Santa Cruz, Staub auf dem Asphalt, Türen brechen, Schritte wie Donner, ein Name fällt: Sebastián Marset. Ein Netz von Bolivien über Paraguay nach Brasilien und weiter nach Europa, weiße Spuren bis Antwerpen, tonnenweise Schnee für den alten Kontinent. Am Rollfeld Handschellen, Überstellung an fremde Abzeichen, ein Haftbefehl aus Übersee, ein Kopfgeld millionenschwer. Der Präsident nennt es Geschichte, ein zweiter Fall in kurzer Folge, einer der Größten fällt — und doch schläft die Nacht noch nicht.

Sources:


Refrain

Zwischen Gleisen und Grenzen, im Land der knappen Zeit, wir tragen die Schlagzeilen, doch niemand bleibt allein. Wir gehen, wir warten, wir halten still die Ruh — und hoffen: Nach dieser Nacht wird es hell genug.


Strophe 2

Ein Zug pfeift müde durch den Regen, die Uhr schaut weg, mehr Wagen zu spät als rechtzeitig, die Strecken voller Baustellen. Ein hoher Milliardenverlust frisst Gleise aus Papier, die Ferne wird abgeschrieben, das Heute rechnet streng. Und doch im Kern ein kleiner Überschuss, ein trotziges Ja, die große Bilanz bald auf der Bühne, Kritik im Abteil. Nach dem Abschied von Schenker bleibt der Takt gestört, die Politik ruft: Verlässlichkeit — wir warten am Bahnsteig.

Sources:


Refrain

Zwischen Gleisen und Grenzen, im Land der knappen Zeit, wir tragen die Schlagzeilen, doch niemand bleibt allein. Wir gehen, wir warten, wir halten still die Ruh — und hoffen: Nach dieser Nacht wird es hell genug.


Strophe 3

Wahlsonntag im Südwesten, die Stuben riechen nach Kaffee, die Grünen knapp vorn vor dem schwarzen Chor. Die Blauen wachsen doppelt, ein Schatten wird länger, die Roten fallen tiefer als je, ein Vorsitzender geht. Gelb und Purpur bleiben draußen, seit der frühen Nachkriegszeit nicht mehr gesehen, wer mit niemandem rechts will, hat nur Grün mit Schwarz. Ein Landtag voller Stühle, doch nur eine Bank zählt, ein bitterer Abend, der Morgen sucht seine Farbe.

Sources:


Refrain

Zwischen Gleisen und Grenzen, im Land der knappen Zeit, wir tragen die Schlagzeilen, doch niemand bleibt allein. Wir gehen, wir warten, wir halten still die Ruh — und hoffen: Nach dieser Nacht wird es hell genug.


Strophe 4

Über Frankfurt und München blinken Tafeln wie Gewitter, tausende Cockpits bleiben dunkel für zwei lange Tage. Die Vereinigung ruft zum Stillstand, es geht um die Rente, einst versprochen, nun dem Markt vermählt — zu wenig, sagen sie. Die Hälfte hebt dennoch ab, die Ferne hält den Atem, in Kriegsnähe wird nicht gestreikt, CityLine kehrt früher um. Ab Samstag soll’s normal sein, doch wer heut gestrandet ist, kennt seine Rechte aus Brüssel und schläft auf Plastikstühlen.

Sources:


Refrain

Zwischen Gleisen und Grenzen, im Land der knappen Zeit, wir tragen die Schlagzeilen, doch niemand bleibt allein. Wir gehen, wir warten, wir halten still die Ruh — und hoffen: Nach dieser Nacht wird es hell genug.


Strophe 5

In den Akten der Republik knistern Firmennamen wie Laub, ein Jahrzehnt-Hoch an Pleiten, und das Nächste schon im Blick. Besonders dort, wo Zahnräder singen, gehen Lichter aus: Zulieferer, Metall, die Funkenhallen der Elektrik. Ökonomen zählen weiter, Allianz und Falken warnen, der Chef aus Nürnberg nennt es Müdigkeit im Mark. Hilfen verblassen, Energie brennt teuer, Fernen drücken Zölle, doch hörst du? Aus Werkshallen und Höfen steigt ein neuer Klang — als ob ein letzter Zug anrollt, ein Boden sich hebt, und jemand ruft: Halt dich fest — jetzt wird’s hell.

Sources:


Refrain (Schluss)

Zwischen Gleisen und Grenzen, im Land der knappen Zeit, wir tragen die Schlagzeilen, doch niemand bleibt allein. Wir gehen, wir warten, wir halten still die Ruh — jetzt, in diesem Atemzug, wird es hell genug.

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