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Rauch über Hormus, Lichter an der Kasse
Weltnachrichten

Rauch über Hormus, Lichter an der Kasse

3:46
March 25, 2026
Rauch über Hormus, Lichter an der Kasse
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Lyrics & Sources

Rauch über Hormus, Lichter an der Kasse

Strophe 1

Ende Februar brach es los, die Nächte summen von Motoren, doch einer im Weißen Haus flüstert, er rede mit den Richtigen. Jets zeichnen Bahnen über Isfahan, Beton und Rampen beben, Sirenen in Tel Aviv, Splitter im Licht der Küchenfenster. Ein Premier erklärt, der Gegner sei entwaffnet, leer an Uran und Raketen, und jenseits des Meeres zählen Generäle getroffene Ziele und versenkte Rümpfe. Paris ruft nach Tischen, Berlin nennt’s Unrecht, Hormus öffnet schmaler, doch die Hand bleibt auf dem Tor.

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Strophe 2

Südwärts am Litani zieht eine Linie durch Orangenhaine, ein Minister kündigt Stiefel im Gras an, die andere Seite schwört, nicht zu weichen. Brücken fallen, Dörfer zählen ihre Namen neu, im Libanon Trauer, im Iran zerborstene Dächer, verwaiste Stationen, verbrannte Piere. Vom Golf weht das Gerücht, dass neue Fahnen sich einmischen könnten, und jeder neue Schritt macht die Karte dunkler und die Luft noch dünner.

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Strophe 3

Hier zu Hause flackern Preise wie Ampeln im Sturm, der Weg durch die Meerenge ist enger, und an der Zapfsäule brennt der Zeiger. Gas schnellt wie ein scheues Tier, die Quittung sticht im Portemonnaie, stärker als bei den Nachbarn drückt es uns den Atem. Die Regierung verspricht Zügel für Konzerne und eine Mittagsstunde für Sprünge, Ökonomen malen eine Erholung, so zart, dass ein Huster sie zerbrechen könnte.

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Refrain

Wir leben zwischen Sirenen und Küchenlicht, zwischen Kassenbons und Karten mit roten Strichen. Sag mir, dass Worte schwerer wiegen als Stahl, halt mich fest, bis die Nacht den Lärm vergisst, und irgendwo ein Satz die Sicherungen kippt.


Strophe 4

Im Regierungsviertel rascheln Papiere über eine Steuer, die jeden betrifft, ein Anheben hier, vielleicht ein Senken dort, Versprechen im Gegenlicht. Das Haus von Lars Klingbeil rechnet, das Ministerium wiegelt ab, Parteien erinnern an Wahlabende, an große Worte, die nicht reißen sollten. Ein Forscher nennt es sozial fatal und doch wahrscheinlich, und vor den Läden fragt man leise: Wer zahlt wofür und wie lange noch.

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Strophe 5

Im Norden zählt Dänemark die Stimmen, und die Alten bleiben vorn, doch so schwach wie seit dem großen Krieg nicht mehr. Partner verlieren Halt, niemand erreicht die bequeme Mehrheit, ein Zentrist steht in der Tür und hält die Waage mit ruhiger Hand. Die Themen sind schwer: Vermögen, Grenzen, Wälder und Meere, die Grönland-Wunde, der Streit mit dem Mann in Washington – und nun die Suche nach einer Form.

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Strophe 6

Und wieder Berlin: Der Bundespräsident nennt den Krieg ein Wort, das sticht, warnt vor Rissen zu Freunden, während wir keine Soldaten schicken. Ein Außenmann zweifelt laut am Ziel des Verbündeten, sagt, der Gegner klinge glaubhafter als der, der Trompeten aus Tweets gebaut hat, und die Märkte zucken bei jedem widersprüchlichen Satz. Die Kabel glühen, Telefone warten, ein Atem stockt – wer hebt zuerst den Hörer, wer sagt zuerst: Genug?

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